Natur- und Artenschutz

Die Wahlprogramme sind voll von guten Ansätzen hinsichtlich Erhalt der Natur, Artenschutz etc. Die einen wollen Schutzgebiete bewahren und sich für Klimaschutzmaßnahmen einsetzen. Die anderen wollen den Umweltschutz und die Ökologie vorantreiben. Und wieder andere weisen darauf hin, dass man achtsam mit der Natur umgehen müsse.

Sind das alles nur Lippenbekenntnisse?

Die Bürgerinitiative fragt sich, warum dann ein derart umweltzerstörerisches Projekt realisiert werden soll,

das Natur zerstört,
bei dem der Tierschutz auf der Strecke bleibt,
das einen Wildkorridor von nationaler Bedeutung zerschneidet
und in letzter Konsequenz seinen eigenen Beitrag zum Artensterben leistet?

Zauneidechse, Neuntöter, Grasmücke, Fledermäuse, all diese Noch-Bewohner des Naturgebiets, durch welches die Trasse verlaufen soll, sind artengeschützt.

Wird nicht bereits in der Bauphase der Lebensraum für viele Tiere zerstört? Durch die umfänglichen Erdbewegungen und durch den Lärm von Baumaschinen – und das über einen sehr langen Zeitraum – wird bereits Lebensraum vernichtet.
Nach Ende der mehrjährigen Bauphase ist davon auszugehen, dass ein Großteil der Tierwelt getötet oder geflüchtet ist und angesichts des dann einsetzenden Straßenlärms und der fehlenden Lebensgrundlage auch nicht wieder zurückkommt.

Exemplarisch für das Schicksal der Tiere sei hier die Fledermaus genannt.
In Deutschland gibt es 25 Fledermausarten, alle sind bedroht.
Lebensraum und Nahrungsgrundlage schwinden immer mehr.
Das Attental ist eine intensiv genutzte Flugstraße für diese streng geschützten Tiere. Die geplante Brücke liegt in diesem Fluggebiet.

In Form von anhaltendem Verkehr wird es für Fledermäuse immer schwieriger Beute zu orten. Dies kann sogar soweit führen, dass sie die Jagd auf ihre Beute (Insekten) einstellen. Die Gefahr ist hoch, dass diese Fledermauskolonie mittelfristig aussterben wird. (Quelle: NABU)

Dazu noch folgende Anmerkung:
… „Die Folgen eines Artenverlusts sind oft nicht abzusehen, da eine Art in vielfacher Interaktion mit anderen Tieren und Pflanzen steht und auch die nicht belebte Umwelt beeinflusst. Fallen diese Interaktionen weg, kann es zu einer Aussterbekaskade kommen, die andere Tierarten der ausgestorbenen Art folgen lässt. Dies ist dann der Fall, wenn eine Tierart Ressourcen für andere bereitstellt, zum Beispiel als Nahrung dient, oder eine Art zur Bestäubung bestimmter Pflanzen gebraucht wird. Fällt diese Funktion einer Art weg, wird anderen abhängigen Arten die Existenzgrundlage genommen und sie werden, sollten sie sich nicht an die neuen Bedingungen anpassen können, ebenfalls aussterben“… Biodiversität spielt eine herausragende Rolle für die Ökosystemfunktionen.

Umwelt und Natur sind nicht am Reißbrett plan- und reproduzierbar.
„Bodenversiegler“ hinterlassen künftigen Generationen ein irreparables ökologisches Chaos. Wir haben die Umwelt und Natur nicht von unseren Vätern geerbt sondern von unseren Enkeln geliehen!